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Geocaching Ausrüstung für Anfänger: So stellst du sie richtig zusammen

Du brauchst weniger Ausrüstung als gedacht – aber ein Kugelschreiber, der auf feuchtem Papier schreibt, ist Pflicht. Was wirklich zählt (und was du dir sparen kannst), erfährst du hier.

Geocaching Ausrüstung für Anfänger: So stellst du sie richtig zusammen

Geocaching-Ausrüstung für Anfänger: was du wirklich brauchst (und was nicht)

Mein erster Cache war ein Mikro unter einer Bank am Rand eines Parkplatzes. Ich hatte ein Smartphone, keine Ahnung und – das ist der Punkt – keinen Stift. Der Logzettel war klitschnass, ich musste mit dem Fingernagel ritzen. Drei Wochen später hatte ich einen Rucksack voller Zeug, von dem ich die Hälfte nie gebraucht habe. Genau darum geht es hier: die Geocaching-Ausrüstung für Anfänger richtig zusammenstellen, ohne gleich 300 Euro zu verbrennen.

Denn die Wahrheit ist unromantisch: Du brauchst zum Start weniger, als dir jedes Ausrüstungsvideo auf YouTube weismachen will. Aber ein paar Dinge, die in kaum einer Liste stehen, machen den Unterschied zwischen „Cache gefunden" und „Cache aufgegeben".

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Smartphone mit einer der kostenlosen Apps reicht für die ersten 50 Caches völlig aus – ein GPS-Gerät ist am Anfang Geldverschwendung.
  • Ein Kugelschreiber, der auf feuchtem Papier schreibt, ist wichtiger als jedes Gadget. Bei Mikro- und Nano-Caches ist oft gar kein Stift drin.
  • Der eigentliche Anfängerfehler ist nicht fehlende Technik, sondern fehlende Kleidung und ein unpassender Transport.
  • TOTT – kleine Werkzeuge zum Herausfummeln von Logzetteln – taucht in fast keiner Anfängerliste auf, rettet aber die nervigsten Momente.
  • Cache In, Trash Out gehört zur Grundausstattung: ein Müllbeutel wiegt nichts und wird bei jeder Tour gebraucht.

Die Grundausstattung: weniger als du denkst

Fangen wir mit dem an, was in jeder Diskussion zuerst kommt – und was ich für überbewertet halte.

Die Grundausstattung: weniger als du denkst
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Brauche ich ein GPS-Gerät oder reicht das Smartphone?

Für Anfänger reicht ein Smartphone. Punkt. Die kostenlosen Geocaching-Apps zeigen Koordinaten, Entfernung und Richtung, und in Mitteleuropa ist der Handyempfang im Wald selten so schlecht, dass gar nichts mehr geht. Ich habe meine ersten 60 Caches ausschließlich mit dem Handy gefunden – teilweise im tiefsten Buchenwald.

Ein dediziertes GPS-Gerät lohnt sich erst, wenn du regelmäßig in Gegenden ohne Netz gehst, mehrtägige Touren planst oder merkst, dass dich die Akkulaufzeit deines Handys einschränkt. Ein Outdoor-Navi kostet schnell 250 bis 500 Euro. Das ist kein Anfänger-Kauf, sondern ein Upgrade. Warte, bis du weißt, dass du dabei bleibst.

Der Stift – und warum die meisten den falschen nehmen

Klingt trivial, ist es nicht. Das Logbuch kann durch Feuchtigkeit, Frost oder einfach Regen aufgeweicht sein. Ein normaler Kugelschreiber versagt dann. Ein wasserfester Gelstift oder ein Bleistift funktioniert auch auf nassem Papier. Nimm einen mit einer Kappe, nicht einen Klickstift – die trocknen schneller aus.

Und der Klassiker: Bei Nano-Caches ist überhaupt kein Stift im Behälter. Bei Mikros oft auch nicht. Wer ohne Schreibgerät loszieht, steht vor dem Fund und kann nicht loggen.

Cache-Beschreibung und Notizbuch

Die Beschreibung des Caches musst du dabeihaben – auf dem Handy oder ausgedruckt. Gerade bei Multis mit mehreren Stationen steht dort die halbe Lösung. Ohne Beschreibung irrst du rum. Bei längeren Multis drucke ich mir die Beschreibung tatsächlich aus, weil ich beim Suchen nicht ständig aufs Handy starren will.

Ein kleines Notizbuch ist aus einem anderen Grund praktisch: Bei Nichtfunde notieren viele ihren Log, damit der Owner sieht, dass sich jemand bemüht hat und der Cache eventuell fehlt. Es kostet nichts und ist erstaunlich hilfreich.

Transport und Kleidung: der unterschätzte Teil

Hier trennt sich die echte Anfängerliste von der Theorie. Kaum ein Ausrüstungsartikel redet darüber, aber in der Praxis scheitern die meisten Touren an genau zwei Dingen.

Transport und Kleidung: der unterschätzte Teil
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Welche Tasche für welchen Cache-Typ?

Ein Geocaching-Set ist kein Set im Sinne einer fixen Einkaufsliste. Es richtet sich nach dem Cache. Ich fahre zwei Varianten:

  • Kompakte Umhängetasche oder Bauchtasche für Stadt-Caches und kurze Runden – Stift, Handy, Powerbank, ein Müllbeutel.
  • Rucksack 20 bis 30 Liter für längere Wanderungen, Wälder, Multis über mehrere Kilometer – Wasser, Verpflegung, Ersatzkleidung, Lampe.

Der häufigste Fehler von Anfängern: mit dem Riesenrucksack zum Nano in der Innenstadt oder umgekehrt nur mit Handy in den Wald, weil man die Distanz unterschätzt. Lies vorher die Cache-Beschreibung – dort steht Gelände-Bewertung und Länge drin.

Schuhe, Regen und Schutz

An das habe ich zwei Monate nicht gedacht: Wanderschuhe statt Sneaker. 90 % der interessanten Caches liegen nicht auf Asphalt. Feuchte Wiesen, Felsen, umgestürzte Bäume – mit Turnschuhen wird es unangenehm. Eine Regenjacke gehört ins Gepäck, auch wenn der Wetterbericht sonnig sagt. Ich stand schon mehrfach im Platzregen an einer Station, weil ich dachte, ich schaffe es noch rechtzeitig.

Und: lange Hosen. Klingt spießig, ist aber der Grund, warum ich mir bei einem Cache in hohem Gras fast einen Zeckenbiss eingefangen hätte. Seitdem immer lange Hosen im Sommer.

TOTT und Sicherheit: was die Standardlisten weglassen

In den meisten Anfänger-Guides fehlt TOTT komplett. Ich finde das kurzsichtig, denn es sind die Momente, in denen man ohne Werkzeug einfach aufgibt.

TOTT und Sicherheit: was die Standardlisten weglassen
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Was ist TOTT beim Geocaching?

TOTT steht für Tools of the Trade – also Werkzeuge für die Werkzeuge. Damit meint man kleine Utensilien, mit denen du Logzettel aus engen Behältern holst, ohne die Dose zu beschädigen:

  • eine kleine Pinzette (unverzichtbar bei Nano-Caches)
  • eine Nadel oder ein gebogener Draht
  • ein teleskopischer Magnet für Magnetcaches an Metallgeländern
  • ein kleiner Spiegel für Stellen, wo du nur schlecht hinkommst
  • ein Paar Arbeitshandschuhe für Dosen in Mauerlücken oder Dornengebüsch
  • und ein kleiner Schraubendreher, weil manche Behälter verschraubt sind

Ein Set daraus passt in eine kleine Box. Ich habe meines einmal für 12 Euro zusammengestellt und seitdem zig-mal gebraucht.

Lampe, Siffel, Erste-Hilfe

Sicherheitszeug wird auch oft vergessen. Eine Stirnlampe ist bei Abendcaches und in Höhlen essenziell – Taschenlampe reicht nicht, weil du beide Hände brauchst. Ein Siffel ist bei Alleingängen im Wald keine schlechte Idee. Und eine Minitube mit Pflaster, Desinfektionsmittel und einer Rettungsdecke reicht. Man muss kein Notfallpaket mitschleppen, aber wenn man einen Ast abbricht oder sich schneidet, ist man froh drum.

Brauche ich eine Powerbank?

Wenn du mehr als drei Stunden unterwegs bist oder die App dauerhaft laufen hast, ja. Ich habe mein Handy früher bei längeren Runden mehrfach auf 20 % runtergefahren. Eine kleine Powerbank mit 10.000 mAh kostet um die 20 Euro und wiegt fast nichts. Sie sollte in jedem Anfänger-Set liegen.

Übersicht: Was du für welche Cache-Art brauchst

Die Geocaching-Schwierigkeits- und Geländebewertung (D/T) auf der Cache-Seite hilft dir bei der Entscheidung. Hier eine kurze Vergleichstabelle:

Cache-Typ Empfohlene Ausrüstung Was du weglassen kannst
Stadt-Nano/Mikro (D1/T1) Handy, Gelstift, Pinzette, Müllbeutel Rucksack, Wanderschuhe, Powerbank
Multi im Wald (D2-3/T2-3) Handy mit voller Ladung, Rucksack 20 L, Wanderschuhe, Wasser, Stift, Notizblock GPS-Gerät (noch nicht nötig)
Nachtcache / geländeschwer (T4+) Stirnlampe, TOTT, Erste-Hilfe-Set, Powerbank, Regenjacke, Siffel nichts – hier ist alles relevant
Letterbox-Hybrid Stempel, Stempelkissen, Notizbuch für die Stempelsammlung, Stift großes Besteck – der Weg ist das Ziel

Was du am Anfang NICHT brauchst

Geocaching-Ausrüstungs-Sets im Handel suggerieren, dass man ein komplettes Startpaket für 89 Euro kaufen sollte. In den meisten sind Dinge drin, die du nicht brauchst. Nach meiner Erfahrung:

  • Ein GPS-Gerät – siehe oben, reine Geldverschwendung für Anfänger.
  • Trackables und Geocoins – das sind nette Beigaben, aber du brauchst sie nicht, um zu starten. Sie sind zum Weitergeben gedacht und haben mit deiner Grundausstattung nichts zu tun.
  • Ein Multitool mit 15 Funktionen – du brauchst zwei davon, nicht fünfzehn.

Ehrlich gesagt: Ich habe mir damals ein „Geocaching Starter Set" für 65 Euro gekauft und davon 40 Euro in Dinge gesteckt, die ich nie benutzt habe. Der Stift und die Pinzette waren das Einzige, was überlebt hat.

Was am Ende bleibt: der Rucksack, den ich wirklich mitnehme

Nach zweieinhalb Jahren und einigen hundert Caches ist mein echtes Set geschrumpft, nicht gewachsen. Handy. Gelstift. Pinzette. Müllbeutel. Wasser. Wanderschuhe. Je nach Wetter Jacke, je nach Uhrzeit Lampe. Fertig.

Geocaching für Anfänger funktioniert nicht über Ausrüstung, sondern über Vorbereitung. Lies die Cache-Beschreibung, prüfe D/T-Wert und Wetter, plane den Rückweg. Der Rest ergibt sich beim Suchen.

Wenn du magst, fang mit einem einzigen Cache in deinem Viertel an – heute noch, mit dem, was du zu Hause hast. Und dann erzähl mir, ob du den Stift dabeihattest. Ich wette, den vergisst fast jeder beim ersten Mal.

Jannik Peters

Jannik Peters

Jannik Peters ist Journalist mit über zehn Jahren Berufserfahrung. Er hat sich auf die Themenbereiche Grundlagen und Einstieg in die Materie, geeignete Ausrüstung und technische Hilfsmittel sowie die verschiedenen Arten von Caches und deren Rätsel spezialisiert. Seine Arbeit richtet sich an Einsteiger, die eine verständliche und zugleich präzise Darstellung dieser Inhalte suchen.

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