Der Multi – eine aussterbende Art

Das ist kein Aprilscherz und den Mist, den ihr hier lesen dürft, stammt vom Kater und spiegelt auch nur seine eigene Meinung wieder:

Können Cache-Arten aussterben? Ich habe das Gefühl, dass es sie es können. Weil es von vielen in der Community gewollt ist. Eigentlich gehörte er mal zu einer beliebten Art des Cachens, der Multi-Cache. Bei Tag und bei Nacht war er beliebt, einen Cacher über eine bestimmte Route, mit den verschiedensten Aufgaben zu beschäftigten und am Schluss mit einer schönen Finaldose zu belohnen.

Leider musste ich feststellen, dass immer weniger Multis gelegt werden und sich auch einer schwindenden Beliebtheit zeigen. Wenn man sich die Logzahlen von Tradis und Multis ansieht und vergleicht, sieht man schnell, das Tradis deutlich mehr gesucht werden. Wenn mann dann noch die Aussagen macher Cacher, wie z.B.: „Ich renn doch net die halbe Nacht / den halben Tag durch den Wald, für nur einen Punkt in der Statistik“, oder „2 Kilometer ist mir zu weit“ dazu betrachtet, wird schnell, dass es diesen Cachern nur noch um schnelle, einfache Punkte geht und nicht mehr ums Cachen.

Motiviert durch solche Statistikcacher machen sich viele Owner nicht mehr die Mühe, einen Multi auszuarbeiten, sondern werfen lieber nur alle 200 Meter eine Filmdose in die Landschaft und legen diese dann als Rundweg. Materialaufwand vergleichbar eines Multis, Besucherzahlen etwa das zwanzigfache von dem, was bei einem Multi üblich ist und wenn was zu warten ist, dann wird in der Regel archiviert und neu gelegt, damit man nochmal loggen kann.  Bei solchen Powertrails ist es dann komischerweise unerheblich, ob er einen Kilometer oder 20 Kilometer länge hat, die werden selbst von den lauffaulsten Cachern, denen zwei Kilometer bei einem Multi schon zu weit sind, gemacht. Suchen braucht man in der Regel bei solchen Trails auch nicht mehr, denn nach spätestens vier Wochen sieht es dort aus, wie Dresden 1945 und man findet die Dosen problemlos auch ohne GPS.

Leider färben dann solche Runden auf neue Cacher ab, die dann selbst solche Runden legen und es kommen immer weniger auf den Gedanken, einen Multi zu machen oder zu legen, denn es ist ja offensichtlich nicht mehr gewollt und gibt ja nur einen mickrigen Statistikpunkt.

Ich persönlich finde dies sehr schade, denn mit die schönsten Caches, die ich machen durfte, waren Multis. Nachtcaches, Wandermultis, Tagmultis, Offset-Multis. Leider wird es immer weniger Cacher geben, die diese Freude auch haben durften. Immer weniger Cacher legen überhaupt noch Multis, immer weniger machen Sie, denn in Zeiten des Statistikcachens und Powertrails hat er keinen Platz mehr, der Multi.

19 Gedanken zu „Der Multi – eine aussterbende Art

  1. Ja dem kann ich nur zustimmen u.d das sag ich auch schon länger. Aussterben werden sie zwar nicht, aber es kommen immer weniger nach, aber aufgrund der geringeren Anzahl an Logs ist auch die Lebenserwartung eines Multis deutlich höher

  2. Ich kann dir zustimmen, die Multis werden immer weniger.
    Allerdings ist das beste beim Cachen immer noch ein schön gemachter Multi, und ich denke diese werden nie aussterben. Erst heute bin ich 14km für einen WhereIGo gelaufen.Und gerade soetwas ist das tolle beim Cachen.
    Daher denke ich, dass die guten Caches zwar weniger werden, aber nie aussterben werden.

  3. Wunder Dich das?
    Geocacher wollen Dosen suchen und sich nicht sinnlos mit ablesen, zählen und rechnen beschäftigen lassen. Und daraus besteht der typische Multi.
    Das Multis nicht allgemein unbeliebt sind sieht man bei den wenigen guten Multis, bei denen es statt Hydrantenschildern und Zaunpfählen kreative selbstgemachte Stages gibt.

    Das die Strecke nicht das Problem ist, siehst Du an dem von Dir erwähnten Beispiel mit dem Cacheserien.
    Mit „lauffaul“ hat das nichts zu tun. Es kommt aber darauf an, was man auf dieser Strecke macht. Und wo ist festgelegt, daß Geocaching etwas mit dem Laufen weiter Strecken zu tun hat?

    Weitere Nachteile von Multis:
    – ist eine Stage gemuggelt, muß man erfolglos abbrechen. Wenn man Pech hat 100 m vor dem Final. Und zu Hause darf man dann lesen: „Archived. Die Stage kommt immer weg, erneuern hat keinen Sinn mehr“.
    – Wenn eine Stage oder das Final vermuggelt sind, muß man abbrechen. Man erkennt auch nicht vorher, ob der „Owner“ absichtlich Muggel- oder Ownermuggelgafferstages eingebaut hat.

    Bei einem Traditional kann man vorher erkennen, ob er an einer vermuggelten Location liegt oder ob es ein Ownermuggelgaffer“cache“ ist. Und wenn eine Dose gemuggelt ist, sucht man die nächste. Wenn man z.B. einen von 20 Caches nicht findet, ist das kaum ein Verlust. Denn man Stage 19 von 20 nicht findet, kann das bedeuten, daß man einen kompletten Wochenendtag verschwendet hat.

    • Bei richtig langen Multis habe ich in der Regel einen Draht zum Owner oder einem TJ. Dass ein Cache oder eine Stage weg sein kann, kommt vor.

      In der Regel wird dann aber von vielen kein DNF geloggt oder zumindest dem Owner Bescheid gesagt, sondern erst mal garnix gemacht und die nächsten laufen ins Messer. Wäre ja unschön, wenn man nur zu doof war, die Stage zu finden. Da sind wir wieder bei der Wichtigkeit von DNF-Logs.

      Bei Trails wird der nicht gefundene Cache von vielen einfach als gefunden geloggt, weil sich keiner die Mühe macht, die Logbücher zu kontrollieren.

      Lieber verschwende ich einen ganzen Tag für EINEN Multi, den ich am Ende nicht fertgbekomm und muss mich nicht mit 25 – 100 gefunden Filmdöschen selbst Beweihräuchern.

      Es muss jeder selbst wissen, was und wie er es suchen will.

      • > Bei richtig langen Multis habe ich in der Regel einen Draht zum Owner oder einem TJ.
        Diese Möglichkeit hat leider nicht jeder.

        > In der Regel wird dann aber von vielen kein DNF geloggt
        Richtig. Es wäre ja auch peinlich, wenn einen Tag später z.B. ein Newcomer mit 5 Funden den Cache findet.

        • Freundlich beim Owner oder einem bekannten Vorfinder anfragen geht eigentlich immer.

          Ja, das Problem mit der lieben Eitelkeit und dem DNF. Mir wäre es als Cacher peinlicher, wenn ich mir mit über 500 Funden erklären lassen müsste, dass das was da auf dem Zettel steht eine Peilung ist und wie ich damit umzugehen hab.

        • Genau das ist in meiner Gegend schon passiert. Nachdem Betatest und den entsprechenden Korrekturen, sind ein paar „Supercacher“ losgezogen (also diejenigen, die glauben, Geocaching erfunden zu haben) und haben den Cache nicht gefunden. Der Betatest wurde dann als „Blindenführung“ durch den Owner eingestuft.

          Ein paar Tage später sind Neucacher mit gerade mal 10 Funden los und haben den Cache ohne Probleme gefunden. 😀

    • @ radioscout:
      Du suchst bestimmt auch Munzee´s oder ?!
      Das ist meist genauso sinnvoll wie einem Powertrail hinterher zu rennen. Hauptsache Punkte.

      Genau DAS hat meiner Ansicht, nichts mit Geocaching zu tun.

      Geocaching ist, eine Location zu sehen an die Du ohne dieses Hobby niemals gekommen wärst. Die Dose und der Punkt sind allenfalls eine kleine Belohnung.

      Die Geocachingscene wird sich meiner Ansicht nachspalten. Einmal die Punktesammler (Tradi´s/Powertrails/Punkte) und auf der anderen Seite die „Erlebnissüchtigen“ (Locations, tolle Stages, einfach wandern, etc.)

  4. Ja, leider gibt es viel zu wenig Multis. Klar, ein Multi wird wenig gesucht weil man da ja was für tun muss…

    Ich kann mich noch an eine Begebenheit erinnern. Gleichzeitig wurden ein kleiner Multi und ein drive-in Nano-Tradi freigeschalten. Zwei Wochen später war beim Multi gerade erstmal der STF gefallen und der Nano hatte schon den dritten Logstreifen erhalten weil die beiden vorherigen schon voll waren…

    In diesem Sinne, legt Multis, ich bin gerne damit beschäftigt!

  5. Ein erschreckendes Beispiel für diese Punktegeiermentalität ist ein kleiner Onewaymulti im Coburger Raum – gerade mal 1,5km hin und zurück. Ich war vier Tage nach der Veröffentlichung der Dritte im Logbuch und bis jetzt ist er nicht wieder geloggt worde. Warum auch – gibt ja nur einen Punkt
    Hätte man an der gleichen Stelle einen Powertrail gelegt, wäre schon der erste Austausch der Logbücher fällig.

    Auch an meinen beiden „etwas längeren“ Wandermultis sehe ich es ganz deutlich. Sie werden kaum gesucht. Als ich aber neulich aus Ärger über einen Vorfall eine „Wutcache-Serie“ von insgesamt 6 Micros lieblos in die Pampa gewofen habe, waren die üblichen Verdächtigen sofort da.
    Würde ich statt eines 12km Multi auf der gleichen Strecke 50 Micros verstreuen, wären die Punktegeier gleich da.

    Und es geht meiner Meinung nach nicht nur darum, schnell viele Punkte zu bekommen. Ich vermute, dass viele Neucacher mit dem Auslegen von Powertrails anfangen, damit ihre Caches oft gesucht werden. Wozu die Arbeit mit einem Multi machen, der dann im Jahr vielleicht nur 30 Logs bekommt.

  6. Hallo zusammen!

    Es ist richtig, daß es immer weniger Multis gibt. Wir sind immer auf der Suche nach längeren Caches. Powertrails gehören auch dazu. Wir machen die aber nicht wegen den Punkten, sondern weil die meistens über einen längeren Laufweg gehen. Wir haben in 7 Jahren noch nicht mal 700 Caches gefunden.

    Wir haben selbst einen Multi gelegt mit 9 km Weglänge. Da kamen dann auch schon Kommentare wie: Schade daß es dafür nur 1 Punkt gibt.
    Leider ist dieser Cache sehr wenig frequentiert. Hätten wir da eine PT daraus gemacht, wäre der run riesengroß.
    Bei uns um die Ecke haben wir einen PT mit 25 Dosen gelegt. Insgesamt 9 km. Die ersten paar Wochenden war da die Hölle los.
    Funde nach einem halben Jahr über 200.

    Ein Multi muss meineserachtens nicht aufwendig gestaltet sein. Eine tolle Gegend reicht vollkommen aus. Nicht viel rechnen und einfach die Natur geniessen. Klar macht das mit tollen STages auch viel Spaß, aber wenn ich dann an einer Stage nicht weiterkomme (das passiert doch immer mal wieder) dann ist man enttäuscht wenn man das final nicht findet.

    Womit wir uns überhaupt nicht anfreunden können sind die Unknowns. Ich hab keine Lust erst ewig daheim zu rätseln u. dann davon stapfen und einen Micro im endeffekt in einer total langweiligen Gegend zu loggen.
    Das ist doch nicht SInn der Sache. Das Hobby machen mittlerweile schon so viele, daß leider die aufwendigen Caches oft repariert werden müssen und ständig gewartet werden müssen, da oft nicht sachgemäß damit umgegangen wird.

    Da ist klar, daß immer weniger multis gelegt werden.

  7. Also ich mache Multis am liebsten in der Homezone, weil ich ehrlich gesagt, oft mal nicht weiter komme und so schnell man an einer Station weiter machen kann. 😉

    Aber laut Umfragen, sind Multis nach wie vor sehr beliebt.

    Bei Mysterys ist das Problem, man kann sie kaum unterwegs macheb, daher auch eher in der Homezone aber dennoch beliebt. 😉

    Auslassen tue ich eigentlich nur T4 bis 5.

  8. Sollen doch die Statistikcacher die Powertrails machen. So nutzen Sie die schönen Multis nicht ab und die bleiben im gutem Zustand für die Genusscacher, die pfleglich mit den Stationen umgehen. Eine Entwicklung, die ich durchaus gerne sehe. Denn mir als Owner ist es nicht wichtig, wieviele Besucher, sondern welche Besucher kommen. Und gegen motzen, dass immer weniger Multis liegen, hilft nur eins: selbst welche legen und nicht immer auf die anderen schieben, die sollen machen. Nichts tun und meckern kann jeder. Und es tun schon zu viele.

  9. An einer schönen Location, die sich prima für einen längeren Spaziergang/Nachtcache/… eignet, ist der Multi/Wherigo perfekt. Und solange es Genusscacher gibt, wird sich da auch nix dran ändern.

    Es gibt aber auch schöne Orte, an denen ich lieben einen coolen Tradi lege, als sinnlose Hydrantenschilderablesestationenmultis.

    Es gibt sogar schöne Mysteries (nicht zu schwer, cooles Rätsel, coole Dose und bestenfalls auch schöne Location), diese sind aber eher die Ausnahme.

    Jeder Cachetyp hat seinen Sinn, man muss ihn nur erkennen. Dieser liegt eben nicht in Powertrails.

    Fazit: Pro schöne Multis/Tradis/(Mysteries), contra Powertrails/langweilige Filmdosenmicros/Nanos in der Stadt

    Gruß

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